// Frische Töne für die Szene: Down by the Water Sampler

Es gibt ein paar frische Sounds auf die Ohren! Der Kölner Musiker Ben Schmitz hat es sich zur Aufgabe gemacht eine wunderbare Auswahl an Bands und Solo-Künstlern auf einem Sampler zu vereinen. Er hat keine Kosten und Mühen gescheut und das Ganze auf Vinyl pressen lassen. PottMusik wollte genauer wissen, welche Idee hinter der Veröffentlichung steckt und wie es zur hörenswerten Auswahl an Songs kam.

PottMusik ist auf "Down by the Water" aufmerksam geworden. 12 Folk- und Indie-Künstler vereint auf einem Sampler. Wer steckt hinter der Idee?

Mein Name ist Benedikt Schmitz und bin Teil der Kölner Band We used to be Tourists. Die Idee für so einen Sampler reizte mich jetzt schon seit fast zwei Jahren, aber es hat ein bisschen gedauert bis ich mit der konkreten Planung begonnen habe. Domingo und wir hatten schon ein paar Mal überlegt, eine gemeinsame Split Single zu machen und irgendwann war der Gedanke da, dass man vielleicht noch ein paar weitere befreundete Künstler dazu nehmen könnte. So wurde aus der Split Single schnell ein Sampler. Die Idee ist eigentlich ziemlich simpel: Jede Band zahlt ein Zwölftel der Produktionskosten und erhält im Gegenzug ein Zwölftel der Platten. Die werden dann hauptsächlich auf den Konzerten der Bands verkauft. So investiert jede Band verhältnismäßig wenig, bekommt aber ziemlich viel Aufmerksamkeit.

Auf dem Sampler sind zum großen Teil unabhängige Künstler vertreten. Wie kam es zu dieser Auswahl?

Das war eigentlich kein Kriterium, hat sich dann aber schnell ergeben. Einige Künstler sind Freunde oder Bekannte der eigenen Band, Leute mit denen wir schon gespielt haben. Andere habe ich einfach auf kleinen Konzerten live gesehen. Als ich die erste Rundmail mit Anfragen für den Sampler dann rausgeschickt habe, waren eben hauptsächlich mir bekannte Gesichter dabei. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es anders wesentlich komplizierter gewesen wäre, wenn ich erst über irgendwelche Labels hätte gehen müssen. Ausnahmsweise also mal ziemlich gut, dass ich kaum Leute mit dickem Plattenvertrag kenne, haha.

Unter den Künstlern sind auch mindesten drei (Domingo, Frere, Nepomuk) Acts aus dem Ruhrgebiet? Wie schätzt du die Szene im Pott ein? Wie nimmst du speziell die Folk und Singer Songwriter Szene war? 

Als Kölner bin ich nicht sehr oft zu Konzerten im Ruhrgebiet unterwegs, es sei denn es ist für eigene Auftritte, da fällt mir so eine Einschätzung schwer. Die meisten bekannteren Bands spielen ja oft auch in Köln, wenn sie einen Tourtermin im Ruhrgebiet haben. Ich glaube aber, dass es im Ruhrgebiet ähnlich aussieht wie hier: Es gibt viele gute Venues und glücklicherweise noch mehr gute Künstler in der Szene. Das Interesse ist auf jeden Fall da. Und das ist verdammt schön für alle Beteiligten. Die Musik lebt ja eigentlich von aufmerksamem Publikum. Ein Abend vor lauschenden und ruhigen Leuten, die Bock auf die Musik haben macht mehr Spaß als irgendein Auftritt in einem verrauchten Irish Pub. Und da kann sich sowohl Köln als auch der Ruhrpott glücklich schätzen, dass es Plattformen für so ruhige Konzerte gibt.

Vol. 1 schließt darauf, dass noch weitere Sampler folgen werden?

Das war ein sehr optimistischer Zusatz hinter dem Titel. Bisher ist das Feedback sehr gut und ich hoffe, dass der Sampler beim Release so gut ankommt, dass sich noch mehr Interessierte melden. Das Ganze steht und fällt natürlich mit den Songs. Ich bin mir aber sicher, dass es ausreichend Material gibt, um weitere Volumes zu füllen.

Den Sampler wird nur auf Vinyl geben? Was steckt hinter dem Konzept?

Die Idee des Samplers ist ja keine Neue. Früher gab es immer diese Lokal-Bands-Compilations auf CD. Da war das Konzept ein Ähnliches, aber die Bands waren oft furchtbar und haben gar nicht zusammengepasst. Das waren dann vielleicht drei gute Songs und den Rest musste man immer skippen. Ich wollte einen Sampler machen, der wirkt, als wäre er aus einem Guss. Sodass man sich auch gerne mal in Ruhe hinsetzt und ihn durchhört. Etwas hochwertiges also. Das Ganze spiegelt sich auch im Medium wieder. Eine CD wird eingelegt und abgespielt, vielleicht sogar einfach auf den Computer gezogen und dann im Regal verstaut. Die Songs werden schnell wesentlich weniger wahrgenommen. Vinyl nimmt man mit allen Sinnen wahr und das war mir wichtig.

PottMusik sagt DANKE für das Interview und möchte allen Lesern die Release-Show am Donnerstag, 31.03. in der Kölner St. Michael Kirche am Brüsseler Platz ans Herz legen. 

Das wichtigste zum Schluss. Hier könnt ihr den Sampler vorhören!
Pre-Order unter: https://downbythewater.bandcamp.com